Die Lager scheinen klar: Der Schaffende, der Konsumierende und dazwischen der Markt. Der Schaffende fordert hier Geld für eine erbrachte Leistung, die mancher Konsument nicht mehr bezahlen will. Am Beispiel Musik: Früher war die Musikindustrie der Weg zum Künstler. Ohne Plattenfirmen keine Studioaufnahmen, ohne Aufnahmen keine Platten - ohne Platten keine Musik. Der Konsument war also angewiesen auf stabile Marktstrukturen. Die waren zwar teuer, aber verlässlich. Heute steht der Markt fast störend zwischen Künstler und Konsument. "Ja, aber ohne Markt, keine Kunst"? Glaube ich nicht. Abgesehen davon, besteht ein Großteil dieses Marktes aus einem reinen Kopier- und Verteilernetzwerk, das immer weniger Menschen benötigen.
Das Hamburger Schauspielhaus erwirtschaftet etwa ein Viertel seiner Kosten selbst, Theater ist schon lange ein reines Zuschussgeschäft. Zurecht und berechtigt. Von mir aus sollen Künstler eine staatliche Grundunterstützung beantragen können. Das wäre zumindest sehr viel verständlicher als ähnliche Forderungen der Zeitungsindustrie. Doch der mit wenig Arbeit erfolgreiche, in Saus und Braus lebende Künstler ist ein Imagephänomen der Neuzeit, das so überhaupt erst durch die Popkultur und deren Industrie möglich wurde.Ich
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