"Sail" hat zZ irgendwie jedes Video als Hintergrundmukke, selten passt es. Egal! Eine Semesterarbeit von Marcel Schindler.
tobika
15 Juni 2012
The Old Man And The Sea
Hemingway zu mögen, ist nicht schwer - seine Geschichten in Bildern auszudrücken, hingegen schon. Mit knapper Sprache erzählt, spielt sich viel im Kopf des Lesers ab. Doch wie sagt man so schön: Nichts ist unmöglich:
13 Mai 2012
Ein neuer Markt im Windschatten der Urheberrechtsdebatte
Nach den Reaktionen auf Sven Regeners BR-Interview hat die öffentliche Diskussion um das Urheberrecht mit wir-sind-die-urheber.de einen neuen Tiefpunkt erreicht. Dass Menschen, die zum größten Teil mit Texten ihr Geld verdienen, ihre Unterschrift unter ein solches Pamphlet setzen, lässt echte Verzweiflung vermuten. Auch wenn das Urheberrecht (zumindest in juristischer Theorie) eine stabile Position ist, so wird die traditionelle Rechteverwertung nach und nach von der Realität überholt. Von Filesharing, alternativen Vertriebswege oder jenen Künstlern, die dem alten Markt den Rücken zukehren und Ihr Geld mit direkter Leistung (Performance) verdienen.
Die Lager scheinen klar: Der Schaffende, der Konsumierende und dazwischen der Markt. Der Schaffende fordert hier Geld für eine erbrachte Leistung, die mancher Konsument nicht mehr bezahlen will. Am Beispiel Musik: Früher war die Musikindustrie der Weg zum Künstler. Ohne Plattenfirmen keine Studioaufnahmen, ohne Aufnahmen keine Platten - ohne Platten keine Musik. Der Konsument war also angewiesen auf stabile Marktstrukturen. Die waren zwar teuer, aber verlässlich. Heute steht der Markt fast störend zwischen Künstler und Konsument. "Ja, aber ohne Markt, keine Kunst"? Glaube ich nicht. Abgesehen davon, besteht ein Großteil dieses Marktes aus einem reinen Kopier- und Verteilernetzwerk, das immer weniger Menschen benötigen.
Das Hamburger Schauspielhaus erwirtschaftet etwa ein Viertel seiner Kosten selbst, Theater ist schon lange ein reines Zuschussgeschäft. Zurecht und berechtigt. Von mir aus sollen Künstler eine staatliche Grundunterstützung beantragen können. Das wäre zumindest sehr viel verständlicher als ähnliche Forderungen der Zeitungsindustrie. Doch der mit wenig Arbeit erfolgreiche, in Saus und Braus lebende Künstler ist ein Imagephänomen der Neuzeit, das so überhaupt erst durch die Popkultur und deren Industrie möglich wurde.
Ichbin davon überzeugt, dass überlege, ob es Kunst nicht sogar ganz gut tut, wenn sie sich mit einer breiteren eigenen Basis abfinden muss. Zwangsregulieren lässt sich das nicht, aber freie(re) Lizenzmodelle werden von immer mehr Künstlern genutzt. Auch ohne auf ihr Urheberrecht zu verzichten, lassen viele ihre Arbeiten frei vervielfältigen und verbreiten. Geld verdienen sie mit Leitungen die sich nicht kopieren lassen oder die niemand kopieren will. Gut vorstellbar, dass sich hier ein paralleler Markt entwickelt, während ein veralteter Teil der Kulturindustrie um die Reste ihres Geschäftsmodells kämpft.
Pic: cliff1066™ (CC BY 2.0)
Die Lager scheinen klar: Der Schaffende, der Konsumierende und dazwischen der Markt. Der Schaffende fordert hier Geld für eine erbrachte Leistung, die mancher Konsument nicht mehr bezahlen will. Am Beispiel Musik: Früher war die Musikindustrie der Weg zum Künstler. Ohne Plattenfirmen keine Studioaufnahmen, ohne Aufnahmen keine Platten - ohne Platten keine Musik. Der Konsument war also angewiesen auf stabile Marktstrukturen. Die waren zwar teuer, aber verlässlich. Heute steht der Markt fast störend zwischen Künstler und Konsument. "Ja, aber ohne Markt, keine Kunst"? Glaube ich nicht. Abgesehen davon, besteht ein Großteil dieses Marktes aus einem reinen Kopier- und Verteilernetzwerk, das immer weniger Menschen benötigen.
Das Hamburger Schauspielhaus erwirtschaftet etwa ein Viertel seiner Kosten selbst, Theater ist schon lange ein reines Zuschussgeschäft. Zurecht und berechtigt. Von mir aus sollen Künstler eine staatliche Grundunterstützung beantragen können. Das wäre zumindest sehr viel verständlicher als ähnliche Forderungen der Zeitungsindustrie. Doch der mit wenig Arbeit erfolgreiche, in Saus und Braus lebende Künstler ist ein Imagephänomen der Neuzeit, das so überhaupt erst durch die Popkultur und deren Industrie möglich wurde.Ich
Pic: cliff1066™ (CC BY 2.0)
30 März 2012
Die ffluidnetwork Leseparade - KW 13 2012
Eine große Freude ist es mir, heute zum ersten Mal Gastgeber der ffluidnetwork Leseparade zu sein. Nähere Informationen zu Sinn und Zweck einer solchen, sowie Links zu den vergangenen Paraden finden sich auf dem Blog des fluidnetworks.
The split brain: A tale of two halves
Creating A Shared Vision That Works
Im UX Magazin beschreibt Alan Colville, User Experience Consultant, wie man eine solche Vision entwickeln kann und wer alles mitwirken muss. Er belässt es nicht bei Allgemeinplätzen, sondern erklärt das Vorgehen und die verwendeten Werkzeuge sehr detailliert.
Bevor Sie das nächste Projekt starten, sollten Sie diesen Artikel unbedingt gelesen haben!
Wie das Handelsblatt mit Autoren umgeht
The split brain: A tale of two halves
"David Roberts, head of neurosurgery at Dartmouth-Hitchcock Medical Center in Lebanon, New Hampshire, sees an important lesson in split-brain research. He operated on some of the cohort members, and has worked closely with Gazzaniga. “In medical school, and science in general, there is so much emphasis on large numbers, labs, diagnostics and statistical significance,” Roberts says — all crucial when, say, evaluating a new drug. But the split-brain cohort brought home to him how much can be gleaned from a single case. “I came to learn that one individual, studied well, and thoughtfully, might enable you to draw conclusions that apply to the entire human species,” he says."Dieses wirklich lange Lesestück auf nature.com setzt sich mit der Forschung an den wenigen Menschen auseinander, deren Gehirnhälften voneinander entkoppelt wurden. Ihre Geschichte hat unser Wissen über uns selbst nachhaltig beeinflusst und durch Wissenschaftler - allen voran Michael Gazzaniga - immer neue Erkenntnisse hervor gebracht. Mich nervt oft die Zahlenversessenheit in der Wissenschaft, so ist es mir ein schöner Randaspekt dieser Geschichte, dass man an ihr sehen kann: Auch eine sehr kleine Stichprobe kann unser Weltbild verändern.
Gelesen von Valentin Heyde / Three-Headed Monkeys
"Using visions is a practice that successful companies have in common. Without this coordinating force, people on projects are left to focus only on technical capabilities and features. By only considering what it is and how it will work, you miss out on why the site will matter to users—why it will have meaning in their lives."Es wird immer deutlicher und an verschiedensten Stellen diskutiert: Um ein gutes Produkt zu entwickeln, muss man mehr tun, als technische Funktionen zu diskutieren. Es geht vielmehr um die Vision dessen, was wir für unsere User, Kunden erreichen wollen. Und diese Vision muss von allen Projektbeteiligten (Management, Fachabteilung, Designer, Entwickler...) gleichermaßen verstanden und getragen werden.
Im UX Magazin beschreibt Alan Colville, User Experience Consultant, wie man eine solche Vision entwickeln kann und wer alles mitwirken muss. Er belässt es nicht bei Allgemeinplätzen, sondern erklärt das Vorgehen und die verwendeten Werkzeuge sehr detailliert.
Bevor Sie das nächste Projekt starten, sollten Sie diesen Artikel unbedingt gelesen haben!
Gelesen von Bernd Lohmeyer / Nutzen zentrierte IT-Beratung
"Es ist nicht das Internet, sondern es sind die Verlage, die nicht angemessen bezahlen. Was hier helfen würde, wäre ein weiterer Ausbau des Urhebervertragsrechts zugunsten der tatsächlichen Urheber, damit Knebelverträge wie die des Handelsblatts endlich der Vergangenheit angehören."In den Zeiten der drohenden Veränderungen der Medienlandschaft wie wir sie heute kennen durch ACTA, Leistungsschutzrecht und Co wurde gestern ein offener Brief von 51 Tatort Autoren wild diskutiert im Netz. Der CCC schrieb ebenfalls einen Brief und hält mit blumiger Sprache dagegen. Über dieses Lesestück von Internet-Law-Blogger Thomas Stadler bin ich auf diese ganze Debatte aufmerksam geworden, sehr lesenswert und ein guter Rahmen um beide Positionen!
Gelesen von Jörn Hendrik Ast / ffluid
"Am Stand [eines Lernsoftware-Entwicklers], laufen viele Lehrer nach wenigen Minuten entnervt davon. Kindergartenkinder und Grundschüler werden in einem Meer von Animationen, Aktivitäten und Fragespielen ertränkt.
"Wir verkaufen das, was die britische Regierung von den Kindern zu lernen verlangt". Der Lehrplan als Wirklichkeit. Das ist die schmale Basis vieler IT-Lernprodukte. Stand 2012"Die einzige Hoffnung die mir dieser Beitrag bietet, ist die Aussage, dass Deutschland da offenbar (noch) nicht voll mitspielt. Ich finde neue Lerntechnologien ja auch cool, glaube aber dass sich die Defizite in unserem Bildungssystem nicht durch die Anschaffung von Tablets und Produktion von Animationen beseitigen lassen.
Gelesen von Bernd Oestereich / oose. Innovative Informatik
"Kopper macht den Anfang: "Sie lügen, weil Sie jemanden schützen wollen!" Frau Schmitz schweigt. Kopper: »Wenn Sie Pech haben, werden Sie wegen vorsätzlichen Mordes angeklagt. (Vorsatz gehört immer zum Tatbestand des Mordes, einen nicht vorsätzlichen Mord gibt es so wenig wie einen schwarzen Schimmel.)"
Ein Artikel, der genau die Momente beleuchtet, die sich gefühlt bei Tatorten immer mehr aneinander reihen: Absurde Verhaltensweisen der ermittelnden Kommissare... beleuchtet von einer Gerichts- und Kriminalreporterin der ZEIT.
Gelesen von Frauke Peter / Kessels & Smit
"Do not worry about creating a vacuum. If you cannot recover from one person being gone for six weeks, then you do not have an organization; you have a hero culture. No one is indispensable, including the CEO. "Leistung und gute Ergebnisse haben nichts mit Dauerpräsenz zu tun. Ebenso wenig mit ständiger Verfügbarkeit. Freie Wochenenden, Urlaube und auch mal ein halbes Jahr Offline-Zeit - das sollte sich jede Unternehmensstruktur leisten können.
Gelesen von mir.
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11 März 2012
Nazivergleiche
Der Nazivergleich ist in der westlichen Gesellschaft einer der ersten Prüfsteine für ethisch-politische Entscheidungen. Sozusagen als Ergänzung eines vereinfachten kategorischen Imperativs: Könnte ein Verhalten (eine Handlung, Entscheidung, etc.) eine Nazidiktatur ermöglichen und begünstigen? Dann kann ihm keine Maxime zugrunde liegen, die Basis eines allgemeinen Gesetzes sein könnte. Prinzipiell eine zulässige und sinnvolle Überlegung, weswegen ich Nazivergleiche auch nicht per se verurteilen würde. Im Gegenteil: einem Nazivergleich sollte sich jeder stellen können.
Entscheidend ist die Motivation: In der Regel dient der Nazivergleich der Deffamierung eines (politischen) Gegners oder als Totschlagargument - einhergehend mit der völligen Missachtung und Instrumentalisierung dessen, wovor uns diese Überlegung eigentlich bewahren sollte. Ein Überblick. Und wenn nach einem solchen Einsatz dann die inhaltliche Diskussion nachgeschoben wird, wird es reichlich absurd.
Lars war sauer. Er war mit seiner Frau und seiner zehn Monate alten Tochter zur CeBit gefahren, hatte dort erfahren, dass Kinder unter acht Jahren keinen Zugang hätten. Er hat sich beschwert, hätte einer CeBit-Mitarbeiterin fast ihre "debil grinsende Blondinenfresse auf links gezogen", nachdem er ihr gute Karrieremöglichkeiten in Nazideutschland prognostiziert hatte. Dann fragte er einen Soldaten, "ob er es nicht manchmal bereut, so ein Land auch noch verteidigen zu müssen." Und wenn die Deutschen aussterben, sie "haben es nicht besser verdient.". Wie gesagt, Lars war sauer. Er hatte seine Familie zu einer Messe geschleppt, hatte übersehen, dass Kinder dort keinen Zutritt haben und scheiterte mit dem Versuch eine Ausnahme auszuhandeln. Mindestens drei Stunden des Samstags waren damit am Arsch. Ich wäre auch sauer.
Zu diesem Artikel gab es einige Kommentare, nicht alle gefielen Lars. Also schrieb er noch einen Artikel, in dem er die Urheber dieser Kommentare, als die Schreibtischtäter bezeichnet, ohne die es die Nazis nie gegeben hätte. Auch zu diesem Artikel gab es Kommentare, die Lars nicht gefielen, also löschte er alle Beiträge die ihm nicht zusagten und schloss die Kommentarfunktion seines Blogs ganz:
Entscheidend ist die Motivation: In der Regel dient der Nazivergleich der Deffamierung eines (politischen) Gegners oder als Totschlagargument - einhergehend mit der völligen Missachtung und Instrumentalisierung dessen, wovor uns diese Überlegung eigentlich bewahren sollte. Ein Überblick. Und wenn nach einem solchen Einsatz dann die inhaltliche Diskussion nachgeschoben wird, wird es reichlich absurd.
Lars war sauer. Er war mit seiner Frau und seiner zehn Monate alten Tochter zur CeBit gefahren, hatte dort erfahren, dass Kinder unter acht Jahren keinen Zugang hätten. Er hat sich beschwert, hätte einer CeBit-Mitarbeiterin fast ihre "debil grinsende Blondinenfresse auf links gezogen", nachdem er ihr gute Karrieremöglichkeiten in Nazideutschland prognostiziert hatte. Dann fragte er einen Soldaten, "ob er es nicht manchmal bereut, so ein Land auch noch verteidigen zu müssen." Und wenn die Deutschen aussterben, sie "haben es nicht besser verdient.". Wie gesagt, Lars war sauer. Er hatte seine Familie zu einer Messe geschleppt, hatte übersehen, dass Kinder dort keinen Zutritt haben und scheiterte mit dem Versuch eine Ausnahme auszuhandeln. Mindestens drei Stunden des Samstags waren damit am Arsch. Ich wäre auch sauer.
Zu diesem Artikel gab es einige Kommentare, nicht alle gefielen Lars. Also schrieb er noch einen Artikel, in dem er die Urheber dieser Kommentare, als die Schreibtischtäter bezeichnet, ohne die es die Nazis nie gegeben hätte. Auch zu diesem Artikel gab es Kommentare, die Lars nicht gefielen, also löschte er alle Beiträge die ihm nicht zusagten und schloss die Kommentarfunktion seines Blogs ganz:
"Es reicht jetzt. Wer sich nicht benehmen kann, fliegt raus."Irgendwie lustig... ;)
05 März 2012
Cut.
Nachdem ich in den letzten eineinhalb Jahren nahezu täglich Artikel auf unserem Agenturblog Wollmilchsau geschrieben hatte, und ich auch sonst nicht gerade wenig mit Text zu tun habe, kam jegliches andere Schreiben in dieser Zeit viel zu kurz. Das soll sich jetzt ändern, es war lediglich noch ein lange überfälliger Schritt zu tun:
Ich habe gerade alle meine alten Blogs gelöscht und dieses eröffnet. Einige der alten Artikel habe ich in dieses importiert, alles andere soll im digitalen Nirvana versinken. Hier Fotos, dort Texte - hier anonym, dort unter Klarnamen. Einiges war nach wie vor öffentlichkeitstauglich; auf anderes wiederum, möchte ich niemals wieder angesprochen werden. Vieles entstand auch einfach aus Neugier auf die jeweilige Plattform. Und dennoch hatte ich lange Hemmungen diese Seiten einfach zu löschen. Als ob ich das Recht an diesen Blogs mit der Zeit verloren hätte und sie zum Allgemeingut geworden wären. Ironischerweise waren es nämlich gerade die fast vergessen Blogs, die noch heute Kommentare und so einige Besuche sammelten.
Ich bin jedenfalls froh, den Ballast los zu sein und meine Online-Profile wenigstens um einige dicke Brocken reduziert zu haben. Mal sehen, wie lange es dieses Blog geben wird.
Ich habe gerade alle meine alten Blogs gelöscht und dieses eröffnet. Einige der alten Artikel habe ich in dieses importiert, alles andere soll im digitalen Nirvana versinken. Hier Fotos, dort Texte - hier anonym, dort unter Klarnamen. Einiges war nach wie vor öffentlichkeitstauglich; auf anderes wiederum, möchte ich niemals wieder angesprochen werden. Vieles entstand auch einfach aus Neugier auf die jeweilige Plattform. Und dennoch hatte ich lange Hemmungen diese Seiten einfach zu löschen. Als ob ich das Recht an diesen Blogs mit der Zeit verloren hätte und sie zum Allgemeingut geworden wären. Ironischerweise waren es nämlich gerade die fast vergessen Blogs, die noch heute Kommentare und so einige Besuche sammelten.
Ich bin jedenfalls froh, den Ballast los zu sein und meine Online-Profile wenigstens um einige dicke Brocken reduziert zu haben. Mal sehen, wie lange es dieses Blog geben wird.
25 Oktober 2011
26 Juli 2011
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